Single oder Blended Malt?

Manche Whiskygenießer rümpfen die Nase, wenn ihnen ein Blended Malt serviert wird und denken, dass ein Single Malt der einzig wahre Scotch Whisky sei.

Wie gelangen Sie zu der Auffassung, dass ein Blended Malt wohl schlechter sei als ein Single Malt?

Als Single Malt wird ein Whisky bezeichnet, der zum ersten aus einer einzigen Brennerei stammt,  also kein Verschnitt aus mehreren Whiskyherkünften ist (daher single, deutsch: einzeln). Zum zweiten wird als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste verwendet (deswegen Malt, deutsch: Malz).

Blended Malt ist dagegen definiert als ein Blend von Single Malts, die in mehr als nur einer Brennerei distilliert wurden.

(Blended Whisky ist dagegen ein Whisky, der vor allem unter Verwendung von  industriell hergestellten Grain-Whisky und nur wenig Malt-Whisky hergestellt wurde.)

Also ist, nochmal wiederholt, ein Single Malt ein Produkt einer einzelnen Brennerei, die diesen Whisky zu 100% aus gemälzter Gerste herstellt.

Kommt dieser Single Malt aus einem einzigen Fass, wird er Single Cask Single Malt genannt. Single Cask Single Malts erleben aufgrund der Größe der Fässer 200 oder 300 Flaschen, mitunter aus großen Fässern auch 500 Flaschen. Mit 500 Flaschen lässt sich aber kein internationaler Markt bedienen und keine Marke aufbauen.

Daher sind die allermeisten Originalabfüllungen der Brennereien keine Single Cask Single Malts sondern werden in der Brennerei aus zahlreichen einzelnen Fässern aus ihren Lagerhäusern (unterschiedliche Vorbelegung, unterschiedliche Eiche, unterschiedliche Auskohlung etc.) so zusammengefügt (geblendet), dass der Geschmack dieses Single Malts auch über Jahre hinweg recht ähnlich, also wiedererkennbar bleibt.

Nehme ich beispielsweise einen Glen Scotia 18 Jahre alt, dann erhalte ich einen Single Malt, der aus zahlreichen Fässern mit mindestens 18jährigen Malts aus der Brennerei Glen Scotia stammt, im Grunde ist dieser Single Malt ein blended Malt mit Malts aus einer einzigen Brennerei. Würde diesem Glen Scotia nun ein einziges Fass Springbank hinzugefügt und vielleicht auch ein Fass Glengyle, dann wäre es ein Blended Malt (früher sinnvoller als Vatted Malt bezeichnet), der aber, vorausgesetzt es wären gute Fässer ausgewählt worden, nun komplexer und reichhaltiger wäre als der Single Malt Glen Scotia 18.

Nun, es gibt solch einen Blended Malt, das ist der Gauldrons vom unabhängigen Abfüller Douglas Laing, der mit seinem Scallywag 13 Jahre alt, dem Rock Oyster 18 und dem Timorous Beastie weitere Blended Malts unter dem Oberbegriff der „Remarkable Regional Malts“auf den Markt gebracht hat, die mir sehr gut gefallen.

Weitere Blended Malts, die mir sehr gut gefallen haben, sind die von Diageo veröffentlichen Malts Cladach und Collectivum XXVIII. Ersterer ist ein Blended Malt aus den an den Küsten gelegenen Distillerien Diageos, letzterer ist ein Blended Malt aus allen 28 in Betrieb befindlichen  und zu Diageo gehörenden Distillerien Schottlands.

(Bilder folgen gelegentlich)

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